Richard Schmidt wurde am 18.4.1889 in Aubstadt bei Königshofen im Grabfeld geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Er schloss eine Lehre zum Schreiner ab und bewarb sich, angeregt durch den Aufbau einer neuen Orgel in einem Nachbardorf, bei der Firma Steinmeyer/ Öttingen um eine Lehrstelle. Nach bestandener Gesellenprüfung legte er 1921 seine Meisterprüfung mit "sehr gut und ausgezeichnet" ab.

Auch befasste er sich intensiv mit neuer Technik, baute selbst Dynamomaschinen, umfangreiche Schalttafeln, Influenz- und Elektrisiermaschinen und hatte verschiedene Patente. Während seiner Außendiensttätigkeit nutzte er die Möglichkeit, Museen und Ausstellungen zu besuchen. Er erledigte Arbeiten im In- und Ausland und führte Stimmungen an den großen Steinmeyer-Orgeln durch, z.B. auch vor großen Konzerten von Karl Straube. So erfuhr er auch von dem Verkauf der Firma Ratzmann in Gelnhausen und übernahm diese 1921.

Zunächst arbeitete er in den Räumen, die auch die Firma Ratzmann genutzt hatte, zog aber nach 1929 in die Werkstatträume seines Schwiegervaters, dem Mühlenbaumeister Haupt, am Obermarkt 4.

Richard Schmidt kaufte ein Haus und ein Baugrundstück, um eine große Werkstatt zu bauen. Letzteres aber wurde durch den Ausbruch des II.Weltkrieges verhindert. Durch die wirtschaftliche Situation während der Kriegsjahre beschränkten sich die Arbeiten meist auf Reparaturen oder Umbauten. Nur wenige Neubauten konnten erstellt werden. 1945 nahm er seinen Sohn Bernhard in die Lehre, der 1950 seine Firma übernahm. Richard Schmidt verstarb 1951.