Bernhard Schmidt, der Sohn von Richard Schmidt, wurde am
31.05.1930 in Gelnhausen geboren und begann in den letzten
Kriegsmonaten eine Lehre beim Großvater, dem Mühlenbaumeister
Franz Haupt, wechselte dann aber im Herbst 1945 zum Vater in die Orgelbaulehre. Nach der Gesellenprüfung begann er in Frankfurt an
der Ingenieurschule ein Studium als Maschinenbauer, brach dieses
1950 ab und übernahm die Firma seines Vaters. 1954 legte er in
Frankfurt die Meisterprüfung ab.

Anfänglich wurden nur kleinere Aufträge bearbeitet.
Diese bestanden aus Neubauten kleinerer Orgeln und
Umbauten. Es folgten elektropneumatische Orgeln mit II
Manualen und über 20 Registern. Bis 1969 entstanden alle
Orgeln in der kleinen Werkstatt am Obermarkt 4, in der
bereits Richard Schmidt gebaut hatte; so auch 1968 die
große Orgel für die Marienkirche Gelnhausen (III/37) mit bereits mechanischer Spieltraktur und Schleifladen.
Wegen zunehmenden Platzmangels wurde 1969 eine
neue Werkstatthalle in Altenhasslau errichtet.

In der neuen Halle entstanden die meisten der insgesamt ca. 60 Orgelwerke, welche sich aus I-III manualigen, mechanischen Orgeln der unterschiedlichsten Größen zusammensetzten. So z.B. Krumbach II/15 mit neuem Gehäuse, oder Königshofen II/14 als Neubau mit Erhaltung des historischen Gehäuses. Eine der letzten Orgeln wurde für Seoul/Korea gebaut.
Seit 1976 sammelt und restauriert Bernhard Schmidt mechanische Kirchturmuhren. In seinem Privatmuseum sind inzwischen 35 Uhren von 1519-1996 zu besichtigen. Seine Erfahrungen auf diesem Gebiet hat er in den Büchern "Turmuhrenwerke" mit 215 Seiten, "Turmuhrenwerke II" mit 196 Seiten und "Orgeln mit Uhr in Deutschland und Österreich", mit zur Zeit 95 vorgestellten Instrumenten, veröffentlicht.