Mernes, Arbeiten bis 24.03.2021

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Um die reparierten Kanzellen der Windlade abzudichten, werden diese zunächst auf der Schleifenseite mit Gummistopfen verschlossen. Mit einer Pumpe werden die Tonkanzellen einzeln mit Warmleimbolus aufgefüllt. Kurz nachdem die Mischung aus Wasser, Warmleim und "Terra di Siena" (gebrannte Erde) alle Wandungen benetzt hat, wird die flüssige Masse wieder zurück in den warmen Behälter gesaugt. Der Vorgang muss in Etappen zügig durchgeführt werden, denn es besteht die Gefahr, dass sich durch die Nässe weitere Warmleimverbindungen lösen. Nachdem die provisorischen Gummistopfen gezogen sind, kann die Dichtmasse trocknen; hilfreich ist eine Zwangsdurchlüftung mit einem Ventilator.

Reparaturen an den Schleifen und an den Lederdichtungen unterhalb der Schleifen.

Die Schleifen und die Dämme wurden bei einer früheren Arbeit leider "verschliffen" und so gibt es keine einheitliche Bezugsgröße zur Dicke der benötigten Schleifendichtungen. Alle Abstände müssen einzeln gemessen werden, um hier unterschiedlich starke Unterlagen aufzutragen (die Registerschleifen müssen leicht zu ziehen sein und gleichzeitig 54 Bohrungen genau abdichten). Die aufgebrachten Unterlagen sind nur die Vorbereitung für weitere Feinjustierung beim späteren Abdrücken der Windlade.

Der zuvor abgenommene Windkasten wird wieder aufgesetzt, nachdem sehr umfangreiche Reparaturen an den Kanzellen durchgeführt wurden. Die reparierten Flächen werden papiert, um die Holzporen und weitere kleine Undichtigkeiten zu schließen, danach werden die Tonventilschlitze aufgeschnitten. Die aufwendig rückgebauten Tonventile (seitliche Führungsstifte, hintere Führungsstifte, versetzte Bohrungen (hinten), ausgefüllte Federführungen, begradigt Auflagefläche, neue Ventilbeläge) werden eingesetzt. Die Details wurden nach dem Vorbild anderer Clewing-Orgeln rekonstruiert.

Nach Vorlage von Clewing werden auch die Windkastendeckel, bzw. die beiden Pulpetenböden der Windladen rekonstruiert. Natürlich entsprechen auch die Lederpulpeten und die Abzugsdrähte der ursprünglichen und originalen Bauweise.

Auf diesem Bild ist ein aufgeschnittener Stock von ursprünglich Prinzipal 2' und zuletzt aber Mixtur 3-fach. Auf erhaltenen Bestand wird die unpassende Änderung wieder rückgebaut.

Detailzeichnungen der Tontraktur, die vollständig nach Clewing rekonstruiert wird. Wellen aus Eichenholz, Ärmchen und Winkel aus geschmiedetem Eisen, Döckchen (Wellenlager) aus Birnbaum mit Kasimir ausgetuchte Bohrungen, Abstrakten aus Fichte, am Ende papiert, mit Messingdraht und ausgeglühtem Eisendraht bestückt.

Die Tontrakturrahmen als Zeichnung und während der Bestückung.

Detailzeichnungen vom Spieltisch, z.B. die Manualklaviatur mit Koppelwellenbrett und ein rekonstruierter Registerzugknopf.

Der Spieltisch während der Fertigung.

Der Doppelfaltenbalg, der Schöpfer- oder Keilbalg und der Tretbalken während der Restaurierungsarbeiten.

Rekonstruierte Riegel und Spunddeckel.

Mehrfaches Auf- und Abschrauben der Stöcke während der Dichtheitsprüfung von Schleifen und Dichtungen.

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