Mernes, Arbeiten bis 17.11.2020

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Die Windladen sind stark beschädigt, sie werden in der Werkstatt komplett zerlegt.

Ventilführungen, Abzüge und Pulpeten wurden beim letzten Umbau (1988) stark verändert.

Die ursprünglichen Pulpetenbretter wurden einst durch Plattenmaterial ersetzt, die Lederpulpeten wurden durch Plastikhülsen ersetzt. Ein nachträglich eingesetzter Windladenbalg verursachte mehrere Schäden am originalen Bestand.

Beide Windladen sind von zahlreichen Rissen durchsetzt, für anstehende Reparaturen werden die Windkästen und die vorhandenen Papierungen abgetragen.

Gerissene oder zerfressene Holzspunde werden komplett entfernt und durch neues Material ersetzt.

Die ungenauen Löcher der Ventilführungsstifte werden zugedübelt und später beim Wiedereinbau der überarbeiteten Ventile neu angelegt.

Auf der Ladenoberseite werden ebenfalls Risse ausgespant und die Schleifendichtungen überarbeitet.

Die gleichen Arbeiten an der Pedalwindlade:

Die Tonventile beider Windladen sind ungenau gefertigt und wurden 1988 umgestaltet. Sie müssen grundlegend überarbeitet und in mehreren Details rückgebaut werden.

Die 1988 angelegte, mittige Ventilführung wird mit angepassten Holzklötzchen verschlossen, um die ursprünglich seitliche Ventilführung wieder herzustellen.

Die unpräzise platzierten Federkessel werden ausgedübelt und neu angelegt.

Alle Tonventile sind extrem krumm und verschliffen, sie werden überprüft und plan gerichtet.

Die ungenau gearbeiteten hinteren Ventilführungen werden ebenfalls verschlossen und neu angelegt.

Für den neu konstruierten, einmanualigen Spieltisch wurde eine Klaviatur aus altem Bestand aufwendig überarbeitet und mit Klaviaturbacken aus Birnbaum versehen. Die Gehäuseform und die Anordnung der Bedienelemente sind nach Proportionen und Maßen der Orgel in Lüdermünd gestaltet.

Der originale Doppelfaltenbalg (mit Schöpfer, bzw. Tretfunktion) aus dem Jahre 1890 stand vermutlich bis zum Kirchenumbau im Jahre 1936 in der Orgel, danach wurde der Balg auf den Dachboden gestellt und versorgte das Instrument über einen Holzkanal mit Orgelwind. Seit 1988, dem letzten Umbau der Orgel, wurde die Balganlage nicht mehr genutzt und verwahrloste auf dem Dachboden.

Der Balg soll seinen Platz wieder in der Orgel finden (siehe Zeichnung unter "Planung"), er wird zur Restaurierung in die Werkstatt transportiert und dort zerlegt, um die Bauteile zu restaurieren. Nach dem Entfernen der Papierung offenbart sich der tatsächliche Umfang der Arbeit.

Zahlreiche Risse werden ausgefräst und ausgespundet.

Auf einem der beiden Balgdeckel kann man eine Bleistiftskizze von Clewing zur Herstellung des Gehäuses von Mernes erahnen. Es deutet auf eine ähnliche, neogotische Form hin wie das Gehäuse von Marborn.

Nach Abschluß der Holzarbeiten wird der Balg neu beledert und papiert.

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